Märkte & Messen - Roland Reischl Verlag

RR
Roland Reischl Verlag. Die etwas anderen Bücher.
RR
Direkt zum Seiteninhalt

Märkte & Messen

Termine
Nach den beiden Märkten auf den Terrassen des Hotels Altes Amtsgericht Oppenheim, auf denen der rrv am 3. Advent und Ende März seinen Bücherstand aufbauen durfte, ist leider auch im dritten Jahr der Pandemie noch unklar, ob die kommunalen Entscheidungsträger insbesondere in Mainz im Herbst erstmals seit 2019 wieder eine Büchermesse veranstalten. Zur Absage der Mainzer Minipressenmesse siehe unten.




Verleger-Protest gegen die Absage der Mainzer Minipressen-Messe 2022

Offener Brief an die Staatsministerin für Kultur und Medien, Claudia Roth vom 9.3.22 (nachdem der Protest von den Unterzeichnenden bereits in Kurzform versandt worden war an: Thomas Ebling (Mainzer Oberbürgermeister), Marianne Grosse (Kulturdezernentin), Jürgen Kipp (Kurator MMPA Gutenberg-Museum [Veranstalter der MMPM]); Allgemeine Zeitung Mainz, SWR Funkhaus Mainz, Börsenverein des deutschen Buchhandels und Börsenblatt – Wochenmagazin für den deutschen Buchhandel, Literaturbüro Ostwestfalen-Lippe):.

Seit 1970 findet in Mainz – in der Regel alle zwei Jahre am Himmelfahrtswochenende – die Mainzer Minipressen-Messe für Klein- und Selbstverlage sowie Handpressen und BuchkünstlerInnen. Mittlerweile hat sich diese Veranstaltung zur größten Kleinverlagsbuchmesse Europas entwickelt. Nachdem coronabedingt die 26. MMPM von 2021 auf Ende Mai 2022 verschoben wurde, hat man nun den Ausstellern, die sich bereits angemeldet hatten, am 24. Februar 2022 mitgeteilt, dass die Messe erneut abgesagt bzw. aufs nächste Jahr verschoben werden soll.
       
Begründet wird die erneute Absage damit, dass, so Kulturdezernentin Marianne Grosse, „eine Messe, die davon lebt, dass viele Menschen in Innenräume eingeladen werden und in einen regen und vielfältigen Austausch miteinander gebracht werden sollen, [...] für uns momentan nicht vorstellbar [ist]“.
    
Dessen ungeachtet soll in Mainz am Wochenende vor der Büchermesse der Rheinland-Pfalz-Tag stattfinden, wofür man – im Gegensatz zur MMPM – offenbar trotz des zu erwartenden, um ein Vielfaches höheren Publikums-Aufkommens mit einem Hygiene-Konzept etwaige Bedenken ausräumen konnten.
  
Die Unterzeichner dieses Schreibens freuen sich, dass unsere im Mainzer Umland tätige Kollegin Annette Sievers vom pmv-Verlag diesen Widerspruch bereits publik gemacht hat, unter anderem in einem Beitrag des „Börsenblatts“ vom 28.2.22. Dort wird aus ihrem Schreiben an den Mainzer OB Ebling und Kulturdezernentin Grosse zitiert, wonach „die Absage zu einer Zeit, in der alles wieder geöffnet wird, nicht nachzuvollziehen sei“.  Sicher gebe es noch mehr Raum rund um die Rheingoldhalle, den man bespielen könnte, so Sievers weiter. „[Die Verlegerin] konfrontiert die Stadt mit Alternativen, auf die die Beteiligten gerne eine Antwort hören würden. Ihre Vorschläge:
    
· Am Wochenende vorher findet der RLP-Tag statt. Alle Verlage, die möchten, dürfen dort eine Bude bespielen – jeder schön für sich, sehr coronakonform.
    
· Die Buden vom RLP-Tag bleiben einfach stehen und am Wochenende danach ziehen die Verlage dort ein, die Künstler bleiben in der Rheingoldhalle.
    
· Zusätzlich zur Rheingoldhalle werden auf dem Platz davor Buden oder Zelte gestellt – gerne auch wieder am Rheinufer – Verlage ziehen dort ein, die Künstler bleiben im Trockenen.
    
· Zusätzlich zur Rheingoldhalle werden in der Stadt leer stehende Geschäfte und der Bahnhof bespielt: Ein Bücherfest für die ganze Stadt! Ach, vielleicht würde das Gutenbergmuseum ja auch mitmachen? Eine seitenreiche Rallye durch die Stadt.“
  
Als Kleinverleger unterstützen wir sowohl den Protest unserer Kollegin Annette Sievers gegen die erneute Verschiebung der Mainzer Minipressenmesse als auch ihre oben genannten konstruktiven Vorschläge zur Durchführung dieser Veranstaltung wie geplant in diesem Frühjahr (vom 26. bis 29. Mai).
  
Sorgen Sie bitte dafür, die seit über zwei Jahren anhaltende Isolation der kleinen und inhabergeführten Verlage von den Leserinnen und Lesern zu beenden. Wenn uns weiterhin die Möglichkeit genommen wird, im direkten Kontakt mit dem Publikum auf unsere Bücher aufmerksam zu machen, dann droht ein Artensterben im Literaturbereich, das nur die großen Konzernverlagshäuser mit ihrem Mainstream-Programm überleben werden.
  
Nicht nur für die Gutenbergstadt Mainz wäre es ein Armutszeugnis, wenn die Kultur abermals in die Röhre schauen müsste.
  
Mit freundlichen Grüßen
  
Gardez! Verlag Michael Itschert, Remscheid
Roland Reischl Verlag, Köln

Nachtrag: Die Mainzer Kulturdezernentin Marianne Grosse hat den beiden Verlegern geantwortet und die Entscheidung, die MMPM 2022 abzusagen gerechtfertigt. "Die Tatsache, dass Publikumsansammlungen bei einem hochansteckenden und mindestens in seinen ersten Varianten hochgefährlichen Virus wie Covid-19 seobst bei größter Vorsicht und Einhaltung aller nur erdenklichen Sicherheitsmaßnahmen potenzieller Spreaderevents sein könnten, konnte bei der Planung [...] nicht außer Acht gelassen werden." Zudem habe, so Grosse weiter, "die Pandemie auch unsere interne Arbeit im Gutenberg-Museum sehr erschwert und zahlreiche unserer Kapazitäten anderweitig gebunden." Personelle Engpässe und ein anstehender Wechsel in der Museumsdirektion habe die diesjährige Organisation zusätzlich beeinträchtigt, weshalb man sich "schweren Herzens für die Verschiebung der MMPM" entschieden habe.

Zurück zum Seiteninhalt