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Bert Brune

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BertBruneBlog vom 12. Dezember 2016

In der Straßenbahn (drei Gedichte)

 

Glattes Glas

Fast alle Leute um mich her gucken auf ihr Handy
sie machen Spielchen
oder eignen sich Wissenswertes an
oder treten mit Bekannten in Kontakt.

Ich aber gucke aus dem Fenster
sehe die Welt
sehe die Fahrgäste
alle Nationalitäten, unterschiedliches Outfit.
Ich gucke, fühle, rieche, träume
statt bloß auf glattem Glas mit dem Finger herumzuwischen. 

 

Mehr Frauen

Mehr Frauen in der Bahn.
Die Männer benutzen das Auto
wollen die Macher sein
alles selbst in die Hand nehmen.
Die Frauen lassen sich führen
lehnen sich zurück
vertrauen den öffentlichen Verkehrsmitteln.
Gut fürs Portemonnaie
(Auto kostet mächtig)
gut für die eigene Gesundheit
gut für die Umwelt.  

 

Das kleine Mädchen

Saß in der Bahn, und vor mir ein kleines Mädchen.
Das kleine Mädchen sah mich groß an
kniete neben der Oma auf dem Sitz
und sah mich über die Rückenlehne  groß an.
Hatte Mandelaugen
ich glaube, so bezeichnet man es
dunkle warme Augen
ein offener Kinderblick
Kinder haben ja noch keine Angst, sich ganz offen den Erwachsenen zu zeigen.
Ich grinste
und das Mädchen, erst ernst
lächelte, lachte dann
lächelte mich ´ne ziemlich lange Zeit an.
Verstehe nun, was die Oma eben im Café sagte:
„Ich häng‘ so an meinem Enkel.
Als ich ihn gestern im Krankenhaus besuchte
und ihn so blass sah
er hat immer mit seinem Herzen Probleme
da bin ich umgefallen
musste selbst kurz behandelt werden.
Ich häng eben an meinem Enkel.“
Das fiel mir ein, als das Mädchen mich so anguckte.
Keine Angst vor der Zukunft - nur Wärme und Vertrauen auf das Leben.
Solche Momente sind der Grund
warum ich nicht gern mit meinem Auto in die Stadt fahre
sondern mit der Straßenbahn.

 

Text: Bert Brune. © Roland Reischl Verlag 2016.

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